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Die Grundprinzipien

Grundlage für Weiterentwicklung
Die Philosophie, die der Praxis der Jena-planschulen in den Niederlanden zugrundeliegt, ist in 20 sogenannten Grundprinzipien festgelegt worden: 5 in Bezug auf den Menschen, 5 in Bezug auf die Gesellschaft und 10 in Bezug auf die Schule. Alle Jenaplanschulen in den Niederlanden nehmen diese Grundprinzipien als Ausgangspunkt und als Grundlage für die Weiterentwicklung ihrer Schule.

Der Mensch
  • Jeder Mensch ist einzigartig. Er hat seinen eigenen Wert und seine eigene Würde. Beides ist unersetzbar.
  • Jeder Mensch hat, ungeachtet von Rasse, Nationalität, Geschlecht, sozialer Herkunft, Religion oder Lebensanschauung, das Recht, eine eigene Identität zu entwickeln, die durch Selbständigkeit, kritisches Bewußtsein, Kreativität und soziale Gerechtigkeit gekennzeichnet wird.
  • Für die Entwicklung einer eigenen Identität braucht jeder Mensch Beziehungen zu der sinnlich wahrnehmbaren und nicht-sinnlich erfahrbaren Welt.
  • Jeder Mensch wird immer als Gesamtperson anerkannt und wo möglich auch so behandelt.
    Jeder Mensch wird als Kulturreformer anerkannt und wo möglich auch so behandelt.
Die Gesellschaft
  • Die Schule kann nicht losgelöst von der Gesellschaft betrachtet werden. Selbstverständlich spielen in der Schule Werte und Normen aus der Gesellschaft eine Rolle. Ihre Geltung muß aber an Hand der erste fünf Prinzipien überp-rüft werden. Eine Jenaplan-schule muß man in Bezug auf die Entwic-klungen in und um die Schule herum, die den Wert und die Würde jedes Menschen bedrohen und antasten, wach-sam sein.
  • Die Menschen müssen an einer Gesellschaft arbeiten, die Gelegenheit und Anreize für die Identitätsentwicklung eines jeden bietet.
  • Die Menschen müssen an einer Gesellschaft arbeiten, in der gerecht, friedlich und konstruktiv mit Unterschieden und Veränderungen umgegangen wird.
  • Die Menschen müssen an einer Gesellschaft arbeiten, die voller Respekt und Sorgfalt die Welt und das All verwaltet.
  • Die Menschen müssen an einer Gesellschaft arbeiten, die die natürlichen und kulturellen Quellen voller Verantwortung den zukünftigen Generationen gegenüber verwaltet.
Die Schule
  • Die Schule ist eine relativ autonome, kooperative Organisation aller Beteiligten.
  • In der Schule haben die Erwachsenen die Aufgabe, die oben gemachten Aussagen über den Menschen und die Gesellschaft zum pädagogischen Ausgangspunkt ihres Handelns zu machen.
  • In der Schule wird der Lernstoff sowohl der Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder, als auch den Kulturgütern entnommen, die in der Gesellschaft als wichtig für die hier beschriebene persönliche und gesellschaftliche Entwicklung betrachtet werden.
  • In der Schule wird der Unterricht in pädagogischen Situationen und mit Hilfe von pädagogischen Unterrichtsmitteln organisiert.
  • In der Schule wird der Unterricht von einem rhythmischen Wechsel der Grundformen des Gesprächs, des Spiels, der Arbeit und der Feier bestimmt.
  • In der Schule findet eine heterogene Gruppierung der Kinder statt.
  • In der Schule wechseln sich entwickelnder Unterricht, selbständiges Arbeiten und spielerische Lernformen gegenseitig ab.
  • In der Schule nehmen entdeckendes und untersu-chendes Lernen und Gruppenar-beit eine wichtige Stelle ein.
  • In der Schule findet die Verhaltens-und Leistungsbeurteilung eines Kindes möglichst immer aufgrund des Entwicklungsverlaufs des einzehnen Kindes und erst nach einem Gespräch mit dem Kinde statt.
  • In der Schule betrachtet man Veränderungen als einen Prozeß, der nie endet und der von einer konsequenten Wechselwirkung zwischen Handeln und Denken gesteuert wird.
 




Die Schule
Jenaplanschulen sind aber kein pädagogischer Himmel auf Erden. In diesen Schulen arbeiten Menschen ganz hart daran, das beste aus ihrer Schule zu machen. Sie sind auf dem Wege zum Jenaplan! Diese 20 Grundprinzipien sind mit Erlaüterungen und Kommentar kostenlos beim Spectra Verlag in Dorsten erhältlich.