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Die Gruppierung der Kinder

Unterschieden
Die Grundlage für die Gruppierung der Kinder ist die positive Bewertung von Unterschieden, die es zwischen Menschen und also auch zwischen Kindern gibt. In der Art der Gruppierung sucht man nach einem optimalen Unterschied in Reife, intellektueller Entwicklung, Interessen, sozialer Herkunft, usw. Die wichtigste Gruppe in einer Jenaplanschule ist deshalb die altersunterschiedliche Stammgruppe (oder Familiengruppe) von:
  • 4 bis 6-Jährigen (Kinder-gartengruppe)
  • 6 bis 9-Jährigen (Mittelstuffengruppe)
  • 9 bis 12-Jährigen (Oberstufengruppe)
  • 12 bis 15-Jährigen (Jugendgruppe)
Jugendgruppen gibt es nur in einigen weiterführenden Jenaplanschulen. Einige Jenaplanschulen experimentieren mit Alternativen innerhalb dieser altersverschiedenen Stammgruppen. Da gibt es z.b. eine Eingangsgruppe für die 4-jährigen Kinder in enger Zusammenarbeit mit dem Kindergarten, oder eine Kleinkindergruppe für die 5-7 Jährigen, eine Mittelstufengruppe für die 7-9 Jährigen und eine Oberstufengruppe für die 9-12 Jährigen.

Das Spiel
Es gibt auch unterschiedliche Gruppierungsformen inner- und außerhalb der Schulwohnstube (des Klassenzimmers). Die Entwicklung der sozialen Fähigkeiten der Kinder, das Leben- und Arbeitenlernen in einer Gruppe, so wie die Entwicklung der emotionalen, intellektuellen, sinnlichen und motorischen Fähigkeiten der Kleinkinder stehen im Mittelpunkt der altersverschiedenen Kindergartengruppe. Das Spiel ist hier eine äußerst wichtige Beschäftigung: darstellendes Spiel (Theater-spiel, Drama) Bauen und Konstruieren, Haushaltspiele, usw. Die Kinder lernen, wie sie kleine Aufgaben ausführen und auch beenden müssen. Papier und Bleistift spielen hier nur eine sehr untergeordnete Rolle. Jene Kinder, die in ihrer Entwicklung weit genug fortgeschritten sind, fangen mit dem Lesenlernen an, aber die meisten machen damit erst einen Anfang in der Mittelstufengruppe. Das Hauptziel des Unterrichts in der altersverschiedenen Mittelstufengruppe ist den Kindern die Grundfähigkeiten des Lesens, Rechnens und Schreibens beizubringen. Das Kind be-herrscht diese Grundfähigkeiten, so bald es die Funktionen des Lesens, Rechnens und Schreibens versteht und in der Lage ist sie beim Erwerb neuer Informationen, durch eine unabhängige Befragung anzuwenden. Die Grundfähigkeiten werden in kleinen Gruppen unterschiedlicher Größe unter-richtet. Jeden Tag üben die Kinder die Grundfähigkeiten in der Form selbständiger Gruppenarbeit (ungefähr 100 Minuten).

Individuell oder gemeinsam arbeiten
Die Kinder können individuell oder gemeinsam arbeiten mit einem selbst ausgewählten Partner oder in Kleingruppen von 3 bis 4 Kindern, die sich mit demselben Lesestoff beschäf-tigen oder in denselben Rechenspielen interessiert sind. In dieser Periode unterrichtet der Lehrer/die Lehrerin nicht nach einem festen Stundenplan, sondern er hilft und unterrichtet die Kinder und Kleingruppen, wenn möglich individuell, wenn er um Hilfe gebeten wird und wo seine Hilfe sich als notwendig erweist. Kinder, die noch nicht lesen können, werden ermutigt sich am Lesekreis zu beteiligen, wo einige Kinder anderen Kindern vorlesen und wo anschließend über den Inhalt der vorgelesenen Geschichten gesprochen und diskutiert wird. In den Jenaplanschulen gibt es eine zunehmende Tendenz das technische Lesenlernen durch eine funktionale Ansatz des Prozesses des Lesenlernens zu erset-zen, wobei das Lesen-lernen eng mit Themen- oder Projekt-arbeit verbunden ist.

Alters-verschiedenen Oberstufengruppen
In den meisten Jenaplanschulen werden beim Mathematikunterricht die Schüler der alters-verschiedenen Oberstufengruppen wie auch die fortgeschrittenen Schüler der Mittelstufengruppen in homogenen Fortschrittsgruppen organisiert. Demzufolge wird der Niveauplan für das Unterrich-ten der Grundfertigkeiten in Mathematik und auch in Rechtschreiben nicht nach einem IQ-Niveau (Streaming), sondern nach dem jewei-ligen Fortschrittsniveau der Kinder zusammengestellt.




Arbeitsgruppen

Es gibt Arbeitsgruppen, die an einem Projekt arbeiten, wie Einführungskurse für Kinder, die in spezifischen Techniken unterrichtet werden und diese dort üben können, wie z.B. im Lesen von Karten und der Benutzung des Globus, das Machen und Interpretieren von Graphiken usw. Schließlich gibt es mehr heterogene Arbeitsgruppen, u.a. für Tanz, Musik, Physik, Chemie, Orkestspiel, Kunst, Drama, Photographie, Film, Holzarbeiten, Drucken, usw. Die Themen werden von den Möglichkeiten der einzelnen Lehrerinnen und Lehrer und den Eltern, die sich daran beteiligen wollen, mitbestimmt. Grundsätzlich können Eltern sich freiwillig an den Arbeiten in einer Jenaplanschule beteiligen. Interessengruppen beteiligen sich an sogenannten Wahlkursen. Die Kinder arbeiten meistens ungefähr 3 Monate in einem solchen Wahlkurs. Hat man sich für einen bestimmten Kurs entschieden, dann muß dieser Kurs auch beendet werden.